Ode an die Oberpfalz

Oberpfalz: die Oberpfalz ist ein winzig kleiner Flecken auf unserem Planeten. Und so manches Mal hab ich mich gefragt, ob es wirklich der selbe Planet ist, wo der ganze Rest drauf ist? Von da jedenfalls bin ich her.

Florian Thalhofer - [kleinewelt]

Hä? Wer is jetz des…?

Aus einer Gesamtfläche von knapp 1000 km² und einer Gesamteinwohnerzahl von rund 1,1 Millionen Moosbüffeln, wie mein geschätztes Heimatvolk stellenweise genannt wird, ergibt sich nach dem klassischen Einkaufsdreisatz ein Bevölkerungsdichte von übern Daumen 115 Eingeborenen/km². Es gibt drei kreisfreie Städte - Amberg (meine Heimat), Regensburg und Weiden - sowie sieben Landkreise - Amberg-Sulzbach, Cham, Neumarkt in der Oberpfalz, Neustadt an der Waldnaab, Regensburg, Schwandorf und Tirschenreuth. Außerdem hats rund 600 Burgen, das tiefste Loch der Welt in Windisch Eschenbach, einige Mittelgebirge und viele Weiher und Seen. Der Rest is Dorf und wird untereinander gern auch als solches beschimpft.

Der Oberpfälzer an sich bezeichnet sich selbst gern als Grattler. Übersetzen kann man das ned. Er ist einfach gern etwas mürrisch, schimpft gern und ist Neuem zunächst nicht sehr aufgeschlossen, Fremdem zunächst etwas reserviert. Aber das ist nur oberflächlich. An sich handelt es sich bei uns Moosbüffeln um ein geselliges Völkchen, dass sich eben nicht gern mit Oberflächlichkeiten abgibt, sondern sich lieber dem Bewährten und etwas Kernigerem widmet.

Die Oberpfalz hat auch diverse Persönlichkeiten hervorgebracht. So wurde die französische Nationalhymne z.B. urspünglich einem Oberpfälzer (Nikolaus Graf Luckner) gewidmet - Amberg steht auch am dem Arc de Triomphe, weil die Zosen damals auf den Franzosenäckern von uns aufn Sack bekommen haben - manche behaupten, im Herzen sei der Papst, Dank seiner regensburger Zeit, Oberpfälzer und aus jüngster Vergangenheit war der letzte Oberpfälzer mit Weltruhm eindeutig der PianoMan.

Wer schon immer mal Wissen wollte, wie das Leben in der Oberpfalz so ist oder einfach nur Interesse an einem großartigen Beitrag zeitgenössischer Kommunikationskunst hat, der findet nun ein wahres Kleinod im Netz: www.kleinewelt.com erzählt mit zweiundfünfzig kurzen Geschichten, wie es ist, in einer kleinen Stadt aufzuwachsen, in Schwandorf. [kleinewelt] ist ein Projekt von Florian Thalhofer, einem 33-Jährigen Ex-Moosbüffel, der seine Zelte einige Jahre in Berlin-Mitte aufgeschlagen hatte und nun demnächst am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig eine befristete Gastprofessur antritt.

Thalhofer widmet sich mit [kleinewelt] aber nicht Schwandorf im Speziellen, sondern eher dem Phänomen Provinz. Dazu verwendet er eine Erzählweise, die klassische Literaturelemten mit modernen Kommunikationtechniken vereint. Er bedient sich SNUs, Smallest Narrative Units, die aus einem Foto, einer vorgelesenen Geschichte und Musikuntemalung bestehen. Dabei klickt man sich durch einzelne Hotspots durch eine insgesamt 60-Minütige Geschichte. Und spätestens beim Monolog eines Passanten über die Frage, warum das Schwandorfer Parkhaus Venushügel heißt, macht sich zumindest bei mir ein wohlig warmes Gefühl breit, dass mir einmal mehr beweist, dass man auch als Abgewanderter im Herzen immer Moosbüffel bleiben wird.

1 Kommentare zu “Ode an die Oberpfalz”


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  1. 1 clubfans-united.de » Freundschaftsspiel und Fanclub-Treffen in Neumarkt
    Pingback am 16. Jul 2010 um 10:54

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